Dein Flyer sieht am Bildschirm fertig aus. Aber reicht das Foto auch für die gedruckte Größe? Bleibt die Telefonnummer nach dem Schneiden gut lesbar? Und steht die Rückseite richtig herum?
Wer Druckdaten selbst vorbereitet, muss nicht jedes Detail der Druckvorstufe beherrschen. Mit den folgenden Prüfschritten kannst du typische Fehler erkennen und offene Fragen gezielt klären. Maßgeblich sind immer die Druckdatenanforderungen, die für dein konkretes Produkt abgestimmt wurden.
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1. Lege zuerst das fertige Produkt fest
Kläre vor dem Gestalten Format, Papier, Seitenzahl und Verarbeitung. Eine spätere Änderung von der flachen Karte zum gefalteten Flyer kann einen anderen Dokumentaufbau erfordern.
Achte besonders auf diese Unterschiede:
- Flyer: Wird er gefaltet, brauchst du die abgestimmte Vorlage mit Falzpositionen und Teilflächen.
- Visitenkarten: Prüfe Vorder- und Rückseite sowie deren Ausrichtung zueinander.
- Broschüren: Stimme Bindung, Umschlag und Seitenaufbau ab. Frage, ob Umschlag und Inhalt getrennte Dateien benötigen und welche Abstände zur Bindung vorgesehen sind.
Lege Broschürenseiten üblicherweise in Lesereihenfolge an. Stelle sie nicht eigenständig zu Druckbögen zusammen, sofern das nicht ausdrücklich vereinbart wurde. Auch das vorhandene Freshdesign-Merkblatt zur Datenanlieferung sieht für mehrseitige Dokumente Einzelseiten vor. Kläre die passende Ausführung für deinen Auftrag vorab.
2. Unterscheide Fertigformat, Beschnitt und Sicherheitsabstand
Diese drei Bereiche erfüllen unterschiedliche Aufgaben:
- Fertigformat: So groß ist dein Druckprodukt nach dem Zuschneiden.
- Beschnitt beziehungsweise Anschnitt: Dieser zusätzliche Bereich liegt außerhalb des Fertigformats. Hintergrundflächen und randfüllende Bilder laufen bis dorthin weiter.
- Sicherheitsabstand: Texte, Logos und andere wichtige Inhalte bleiben innerhalb des Fertigformats mit ausreichend Abstand zur Schnittkante.
Der Beschnitt fängt kleine Abweichungen beim Schneiden auf und hilft, weiße Kanten zu vermeiden. Ein größer eingestellter Exportbereich allein reicht dafür nicht: Das Motiv muss ihn tatsächlich ausfüllen. Adobe erklärt das Prinzip des Anschnitts.
Rechenbeispiel: Wenn eine Visitenkarte 85 × 55 mm groß werden soll und für diesen Auftrag 3 mm Beschnitt je Seite vereinbart sind, umfasst sie einschließlich Beschnitt 91 × 61 mm. Das Fertigformat bleibt 85 × 55 mm. Die 3 mm sind hier ein Beispiel, keine allgemeine Vorgabe für jedes Produkt.
3. Prüfe Bilder in ihrer tatsächlichen Druckgröße
Entscheidend ist die Bildauflösung in der Größe, in der du das Foto im Layout verwendest. Für Fotos in Flyern, Visitenkarten und Broschüren sind etwa 300 ppi im Endformat eine verbreitete Orientierung. Die benötigte Auflösung hängt jedoch vom Produkt, Druckverfahren und Betrachtungsabstand ab. Für großformatige Motive können andere Werte sinnvoll sein. Adobe: Auflösung beim Drucken.
Ppi bedeutet „Pixel pro Zoll“. Vergrößerst du ein Bild bei gleicher Pixelzahl auf die doppelte Breite und Höhe, halbiert sich seine effektive Auflösung: Aus 300 ppi werden 150 ppi. Deshalb genügt der gespeicherte Auflösungswert allein nicht. Adobe erläutert den Zusammenhang zwischen Bildgröße und Auflösung.
Verwende möglichst die Originalbilder. Ein kleines Vorschaubild von der Website wird durch das bloße Eintragen von „300 ppi“ nicht detailreicher. Prüfe auch den gewählten Bildausschnitt: Je stärker du hineinzoomst, desto weniger Bildpunkte stehen für die gedruckte Fläche zur Verfügung.

4. Stimme Farben und Farbprofil ab
Für viele Druckaufträge werden CMYK-Daten benötigt. Es gibt aber auch abgestimmte Abläufe, die RGB-Bilder mit eingebettetem Farbprofil verarbeiten. PDFX-ready beschreibt beide Varianten. Ob und wann Farben umgewandelt werden, hängt vom vereinbarten Produktionsablauf ab. PDFX-ready: CMYK- und CMYK+RGB-Workflows.
Frage nach dem passenden Farbprofil für Papier und Druckverfahren, statt irgendeine CMYK-Voreinstellung zu wählen. Wenn eine Umwandlung vorgesehen ist, verwende beim Export das dafür genannte Zielprofil. Adobe: Druckfertige PDF-Dateien erstellen.
Sind Sonderfarben vorgesehen, kläre ihre genaue Bezeichnung und ob sie als eigene Druckfarbe erhalten bleiben sollen. Farbdefinition und spätere Umwandlung müssen zusammenpassen. Adobe: Sonderfarben und Farbkonvertierung.
5. Sichere Schriften und kontrolliere den Text
Bette die verwendeten Schriften beim PDF-Export ein, sofern die Schrift das erlaubt. Auch eine eingebettete Untergruppe mit den tatsächlich verwendeten Zeichen ist möglich. So wird die Schrift beim Öffnen und Drucken nicht durch eine andere ersetzt. Adobe: Schrifteinbettung in PDFs.
Kontrolliere anschließend Umlaute, Sonderzeichen und Zeilenumbrüche. Prüfe außerdem, ob Text in einem zu kleinen Textrahmen verborgen bleibt. Exportwarnungen zu fehlenden Schriften solltest du vor der Übergabe klären.
6. Exportiere die PDF mit passenden Einstellungen
Nutze die Druck-PDF-Ausgabe deines Gestaltungsprogramms. PDF/X-4 unterstützt Transparenzen und Farbmanagement und kann eine geeignete Wahl sein, wenn der Produktionsablauf darauf ausgelegt ist. Den verlangten PDF-Standard und die Exportvorgabe solltest du vorab abstimmen. Adobe: PDF-Exportoptionen.
Prüfe beim Export Seitenbereich, Einzelseiten oder vereinbarte Druckbogenansicht, Bildkomprimierung, Farbprofil und Beschnitt. Füge Schnitt- und andere Druckmarken entsprechend den vereinbarten Anforderungen hinzu.
Ein Preflight, also eine technische Dateiprüfung, hilft beispielsweise bei fehlenden Schriften, ungeeigneter Bildauflösung oder überlaufendem Text. Seine Prüfkriterien müssen zum Auftrag passen. Adobe: Vorbereitung und Preflight.
7. Gib genau die kontrollierte Version frei
Öffne die exportierte PDF erneut und prüfe jede Seite. Ein Ausdruck ohne automatische Größenanpassung hilft dir, kleine Schrift, Abstände und die Leserichtung zu beurteilen. Falte einen Flyer probeweise.
Lies Namen, Telefonnummern, Internetadressen, Preise und Termine nochmals. Teste QR-Codes am Ausdruck in der vorgesehenen Größe und öffne das Ziel.
Behandle die normale Bildschirmansicht nicht als verbindliche Farbreferenz: Selbst eine eingerichtete Farbproof-Vorschau hängt unter anderem von Monitor, Profilen und Beleuchtung ab. Kläre bei farbkritischen Drucksachen, welcher Proof für die Freigabe geeignet ist. Adobe: Farben prüfen.
Benenne die Datei eindeutig mit Produkt, Datum und Version. Beziehe deine Freigabe ausdrücklich auf diese Datei; prüfe nach Änderungen den neuen Export erneut.
Deine Checkliste vor der Übergabe
- Fertigformat, Seitenaufbau, Falzung und Bindung abgestimmt?
- Beschnitt ausgefüllt und Sicherheitsabstände eingehalten?
- Bilder in der verwendeten Größe ausreichend aufgelöst?
- Farbprofil, Farbumwandlung und Sonderfarben geklärt?
- Schriften eingebettet und Texte vollständig?
- PDF-Standard und Exporteinstellungen passend?
- Kontaktdaten, QR-Codes und sämtliche Seiten geprüft?
- Eindeutige Dateiversion zur Freigabe benannt?
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